Termin Dr. Jan Bergmann

Der Landarzt ist am Ostseefjord zu Hause

Entdecken Sie die Fernsehwelt rund um „Deekelsen“ .

Am 28. April 1986 fiel die erste Klappe für die Serie „Der Landarzt“.  Die heimliche Hauptrolle spielt seitdem die Region rund um den Ostseefjord Schlei; schließlich wird das Fernsehdorf „Deekelsen“ aus den schönsten Drehorten der idyllischen Urlaubswelt komponiert. Längst ist die Schlei-Region zur „Landarzt-Welt“ geworden. Und Sie sind herzlich eingeladen, zwischen Schleswig und Schleimünde auf den Spuren des Fernsehmediziners zu wandeln.

Mehr über die Geschichte des Serien-Evergreens, über Landarzt-Drehorte und -„Zwillinge“ erfahren Sie weiter unten auf dieser Seite. Und wenn Sie möchten, können Sie auch gleich einen längeren Landarzt-Termin vereinbaren und einen kompletten Kurzurlaub buchen.
 


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TV-Serie mit Geschichte

Walter Plathe alias Landarzt Dr. Uli Teschner

Das schaffen nicht viele Fernsehserien: Am 10. Februar 2005 wurde die Serie „Der Landarzt“ volljährig! Inzwischen kann der TV-Dauerbrenner sogar schon auf achtzehn abgeschlossene Staffeln mit 239 Folgen zurückblicken – und seit dem 29. September läuft die 19. Staffel, die zweite Staffel mit Wayne Carpendale alias Dr. Jan Bergmann in der Hauptrolle.
 
Dass es einmal so weit kommen würde, war am 10. Februar 1987 noch nicht abzusehen. Damals flimmerte der allererste Pilotfilm über die Mattscheibe, der Landarzt hieß Dr. Karsten Mattiesen und die Hauptrolle spielte Christian Quadflieg. Mit seiner liebenswürdigen und gutmütigen Art kam der erste Landarzt nicht nur bei den Einwohnern und Gästen in Deekelsen gut an, sondern auch bei den Zuschauern.
 
Bis zur ersten Folge der vierten Staffel blieb Christian Quadflieg der Landarzt-Rolle treu, dann starb er beim Versuch, ein Kind aus Lebensgefahr zu retten, einen tragischen Serientod. Sein Nachfolger in der idyllischen Landarzt-Welt wurde Walter Plathe alias Dr. Uli Teschner. Am 17. Januar 1992 eröffnete er zum ersten Mal die Landarztpraxis auf dem Mattiesen-Hof in Deekelsen. Folgerichtig hieß die Serienfolge 42 denn auch „Der neue Doktor“.
 





Deekelsen und Dr. Teschner verbrachten fast 18 gemeinsame Jahre – in der kurzlebigen Fernsehwelt eine wahre Ewigkeit. Walter Plathe spielte sich in dieser Zeit in die Herzen der Zuschauer. In gut 180 Folgen prägte er nachhaltig die Landarzt-Welt. Schon eine begrenzte Auswahl an Titeln der Geschichten aus Deekelsen spiegelt dabei wider, dass Dr. Teschner keinen leichten Start hatte: „Arzt im Zwielicht“, „Familienkrieg“. Aber das änderte nichts daran, dass Teschner mit den Jahren zum unumstrittenen „Held von Deekelsen“ wurde.
 
Fast schien es mit den Jahren so, als ob Deekelsen und Dr. Uli Teschner einen Bund fürs Leben geschlossen hätten. Doch auch für den beliebten Mediziner hieß es irgendwann Abschied nehmen: Anfang 2009 zog er zu seiner Freundin nach Bayern. „Der Weg ist das Ziel“ – unter diesem Titel verabschiedete er sich in Folge 222 von Deekelsen. Damit war der Weg frei für den jung-dynamischen, aus Hamburg stammenden Dr. Jan Bergmann – Landarzt Nummer drei.
 
Die Ärzte wechselten also, doch eines hat sich in den inzwischen über zwanzig Landarzt-Jahren nicht verändert: Fast zu jeder Jahreszeit blüht in und um Deekelsen der Raps. Kein Wunder, denn neue Landarzt-Folgen werden traditionell meist im Frühjahr und Frühsommer gedreht. Und noch etwas hat seit der ersten Landarzt-Folge Bestand: die Titelmelodie. Seit 1987 sorgt James Last für die musikalische Ouvertüre – hätten Sie´s gewusst?

„Maren Jantzens Gasthof“: Das Hotel Café Krog in Ulsnis

Hotel Café Krog UlsnisIn Deekelsen ist es der Gasthof der charmanten Maren Jantzen (Caroline Scholze), in Wirklichkeit das Hotel Café Krog der nicht minder charmanten Gastronomin Hedda Krog. Das liebevoll eingerichtete Café am Rande des Schleidorfs Ulsnis bietet eine köstliche Tortenauswahl – und dazu einen traumhaften Panoramablick auf die Schlei.


„Hinnerksens Hof“: Der Holländerhof in Wagersrott

Holländerhof Bartel WagersrottHinnerksen heißt in der Landarzt-Welt der etwas schrullige Kräuterdoktor. Sein Zuhause ist der historische Holländerhof von Familie Bartel in Wagersrott. Wie im Fernsehen, so gibt es auch hier Hinnerksens Kräuter-garten. Doch berühmt ist der Holländerhof Bartel vor allem für seinen Rosengarten und die Heimatkunde-Ausstellung.


„Wiesnerhof“: Der Hof Pageroe an der Schlei

Wiesnerhof - Hof Pageroe an der SchleiClaudia Wiesner ist in der Landarzt-Welt die Chefin auf dem Wiesnerhof. Auch in der Realität hat hier eine Frau die Hosen an. Andrea Prahl züchtet auf Hof Pageroe Angler Sattelschweine. Und in ihrem Hofladen gibt es nicht nur frisches Fleisch von glücklichen Schweinen und Rindern, sondern auch selbstgemachte Marmeladen.

„Landarztpraxis“: Das Gut Lindauhof bei Lindaunis

Landarztpraxis Gut LindauhofFast zu schön, um wahr zu sein – so präsentiert sich seit der ersten Folge die Landarztpraxis. Doch es gibt sie wirklich: Das im 16. Jahrhundert erbaute Gutshaus bietet die Kulisse für die berühmten Treppenszenen vor der Landarztpraxis. Der Rittersaal des Gutshauses wird heute für Feiern und Veranstaltungen vermietet.



„Asmussens Kneipe“: Das Restaurant Aurora in Kappeln

Die Landarzt Kneipe - Hotel Restaurant Aurora KappelnHier trifft man sich am Stammtisch. Und das nicht nur im Fernsehen, sondern auch im wahren Leben. Im rustikalen Ambiente des Restaurants Aurora servieren Dieter Söhner und sein Team regionale Küche – von der Fischsuppe bis zur Edelfischplatte. Und wenn Sie möchten, können Sie sogar im Heinz-Reincke-Zimmer übernachten.


„Gelbe Felder“: Die Rapsblüte rund um die Schlei

Rapsblüte am Ostseefjord SchleiWer regelmäßig „Der Landarzt“ sieht, könnte denken, dass an den Ufern des Ostseefjords das ganze Jahr der Raps blüht. Zugegeben, ganz so ist es nicht. Aber richtig ist, dass Schleswig-Holsteins Nordosten traditionell zu Deutschlands Raps-Hochburgen zählt – rund 10 Prozent der Flächen stehen hier im Frühjahr in voller Rapsblüte.
 
Auf den Spuren des Landarztes

Auf den Spuren des Landarztes

Willkommen in der Welt des Landarztes am Ostseefjord Schlei...

Der Landarzt: Dr. Michael Weiß praktiziert in Gelting

Landarztpraxis Gut LindauhofZugegeben, ein bisschen märchenhaft hat die Geschichte um Dr. Jan Bergmann begonnen. War er doch eigentlich auf dem Weg zu seiner neuen Arbeitsstelle in Dänemark und landete nur zufällig in Deekelsen, wo er gleich als neuer Landarzt blieb. Inzwischen ist Wayne Carpendale alias Dr. Bergmann aus der ZDF-Erfolgsserie, die unlängst ihr 25-jähriges Drehstart-Jubiläum feierte, nicht mehr wegzudenken. Als dritter Landarzt nach dem von Christian Quadflieg verkörperten Dr. Karsten Mattiesen und dem von Walter Plathe gespielten Langzeit-Landarzt Dr. Uli Teschner verleiht Carpendale dem Medizinmann aus Deekelsen seit Januar 2009 ein Gesicht.

Nicht weniger märchenhaft verlief der Start in die Fernsehserie für Dr. Michael Weiß. Im November 2008 suchte der NDR einen Mediziner für eine Dokumentation über einen wahren Landarzt – und stieß auf Weiß, der sich 2004 als Teil einer Gemeinschaftspraxis in Gelting, zehn Autominuten nördlich der Schleistadt Kappeln niedergelassen hat. Die Dreharbeiten liefen rund, das Fernsehteam und der Mediziner verstanden sich auf Anhieb prächtig – und so fragte der NDR wieder bei Weiß an, als einmal mehr ein Fernsehdoktor gesucht wurde.

Allgemeinmediziner Dr. Michael Weiss Gelting „Das Team wollte gern einen Kräuterdoktor in die Sendereihe ‘Landpartie’ einbauen“, blickt Weiß zurück, „und auf meinen Einwand, dass ich ein ganz normaler Arzt und Schulmediziner sei und auf Chirotherapie, Sportmedizin, Diabetologie und Betriebsmedizin spezialisiert bin, hieß es: ‘Das kann man sich alles anlesen, da kann man sich reinfuchsen’“. In Springe am Deister stand Dr. Michael Weiß dann erstmals mit Landpartie-Moderatorin Heike Götz zusammen vor der Kamera. Und seitdem ist aus der erfolgreichen Sendereihe nicht mehr wegzudenken. 2009 und 2010 drehte Weiß jeweils 12 Beiträge – und auch für 2011 ist der Geltinger Allgemeinmediziner wieder fest für die jeweils fünf- bis achtminütigen Beiträge in der Landpartie-Rubrik „Gesundheit“ gebucht.

Ob Kräutertee, Fußbad oder Nasenspülung: Dr. Michael Weiß bereitet für jede Sendefolge anschaulich und nachvollziehbar ein Rezept vor – und filettierte auch schon im Strandsand Lachs, um die heilende Wirkung von Dill zu demonstrieren. Aus dem Landarzt ist dabei längst ein erfolgreicher Fernseharzt geworden – und inzwischen auch ein wahrer Kräuterdoktor. Denn Weiß ließ es sich nicht nehmen, tiefer in die Materie der alternativen Heilmethoden und der Naturmedizin einzusteigen. Begonnen hatte seine medizinische Karriere einst bei der Bundeswehr. „Ich war 17 Jahre bei der Marine und habe lange bei den Minentauchern und Kampfschwimmern als Taucherarzt gearbeitet“, so Dr. Michael Weiß. „Über einen Pharmareferenten erfuhr ich dann, dass in Gelting für eine Gemeinschaftspraxis ein Arzt gesucht wird.“ Weiß kam, sah, sprach und blieb – und hat es bis heute nicht bereut.

Allgemeinmediziner Dr. Michael Weiss GeltingTrotz aller Fernseharbeit sieht sich der Mediziner dabei weiterhin vorrangig als ganz normalen Landarzt – mit allen Besonderheiten und Herausforderungen. „Das ist hier anders als in einer Großstadt. Wir Landmediziner decken ein sehr breites medizinisches Spektrum ab – von der Schnittverletzung über die Blinddarmreizung bis zum Burnout und haben auch eine wichtige soziale Rolle: Wir sind ganz nah dran an den Patienten, ihren Familien, ihrer Geschichte, sind auch bei Beziehungskrisen oder anderen Problemen gefordert. Ein Arzt ist hier noch eine Institution – ähnlich wie der Bürgermeister oder der Sparkassendirektor. Und ganz wichtig: Hier ist auch einfach mal ein Schnack zwischendurch gefordert.“

Was Weiß sorgt, ist die spürbar steigende Zahl psychischer Erkrankungen. „Mobbing, Erschöpfung, Angstzustände – alle diese Probleme nehmen laufend zu.“ Für Dr. Michael Weiß und seine Kollegen eine große Herausforderung, denn es gibt in der Region nur wenige niedergelassene Psychater oder Psychotherapeuten – „und wenn, dann haben sie für neue Klienten lange Wartezeiten.“ Und was sagen seine Patienten über die Auftritte ihres Arztes als NDR-Doktor? „Die finden das witzig. Ich habe bisher nur positive Rückmeldungen bekommen“, so der 44-jährige gebürtige Saarbrücker, der – wenn er nicht gerade in der Praxis tätig ist oder vor der Fernsehkamera steht am liebsten an seinem Resthof in Rabenholz werkelt oder im eigenen Kräutergarten jätet, pflanzt und erntet.

Allgemeinmediziner Dr. Michael Weiss GeltingDoch bei aller beruflichen wie privaten Liebe fürs Landleben: Die Arbeit fürs Fernsehen möchte Weiß nicht mehr missen: „Ich habe über die Dreharbeiten viele interessante Menschen und Orte kennenlernen und meinen Horizont erweitern dürfen“, so das rundum positive Zwischenfazit nach über zwei Jahren Fernseharbeit. Und genauso positiv fällt auch sein Resümee nach sieben Jahren Landarzt-Tätigkeit aus. Und deshalb steht für Dr. Michael Weiß fest: „Ich bleibe meinen Patienten hier in Gelting treu. Schließlich möchte ich meine Patienten nicht nur für eine begrenzte Zeit begleiten, sondern ein längeres Stück des Lebensweges mit ihnen gehen. Ich möchte die Menschen wirklich kennenlernen und sie in einer gewachsenen Arzt-Patienten-Beziehung behandeln.“ Und auch an dieser Stelle sind sich Fernseharzt Dr. Jan Bergmann und der Real-Mediziner Dr. Michael Weiß sehr ähnlich. Für beide ist ihr Beruf Berufung.

Maren Jantzens Gasthof: Hedda Krog ist die "wirkliche" Gasthof-Chefin.

Maren JantzenDer erste Auftritt von Maren Jantzen hat es in sich: Mit hoher Geschwindigkeit braust sie durch Deekelsen – und verfehlt um Haaresbreite Dr. Jan Bergmann, der auf seinem Pferd Paul bei Nacht durch den Ort irrt. Maren Jantzen kann den Zusammenprall nur mit einer Vollbremsung verhindern – und beschwert sich lautstark, dass Bergmanns Pferd keine Rücklichter hat. Ein Kennenlernen der besonderen Art. Doch als sich die erste Aufregung gelegt hat, bietet sie dem Mediziner ein Zimmer in ihrem Gasthof an.
 
Dieser erste Auftritt passt perfekt zum Profil der neuen weiblichen Hauptrolle: Voller Energie und mit dem Herz auf dem richtigen Fleck  – so präsentiert sich die von Caroline Scholze gespielte Maren Jantzen von der ersten Minute an den Zuschauern. Die attraktive 33-Jährige ist alleinerziehende Mutter eines 11-jährigen Sohnes und Besitzerin eines Gasthofes, den sie sich mit viel Liebe zum Detail selbst aufgebaut hat. Mit Kreativität und Engagement hat Maren Jantzen den Gasthof zu dem gemacht, was er heute ist.
 
Hedda Krog (Hotel Café Krog in Ulsnis)Maren Jantzens Fernseh-Gasthof ist auch im wahren Leben eine beliebte Adresse für Urlauber und Liebhaber der süßen Lebensart. Seit dem Sommer 2001 betreibt Hedda Krog das nach ihr benannte Café und Hotel am Rande des Schleidorfs Ulsnis. Und wer schon einmal das Vergnügen hatte, mit der 55-Jährigen ins Gespräch zu kommen, der weiß: Auch in der Realität wird Maren Jantzens Gasthof von einer ebenso resoluten wie charmanten, engagierten wie herzlichen Wirtin geführt.
 
„Als uns das ehemalige Armenhaus der Gemeinde Ende 1999 angeboten wurde, war der Garten ganz verwildert und das als Kulturdenkmal eingestufte Anwesen in einem schrecklichen Zustand“, erinnert sich Hedda Krog, „aber mein Mann und ich haben gespürt: Daraus kann etwas ganz Besonderes entstehen!“ Sie und ihr Mann machten schnell Nägel mit Köpfen: Nach einjähriger Umbauzeit wurde am 7. Juli 2001 das Café Krog eröffnet. Ein Jahr später kam das Hotel mit sechs schönen Doppel- und zwei Einzelzimmern hinzu.“

Tortenkreation aus dem Hotel Café Krog in UlsnisBerühmt ist das Café Krog vor allem für seine köstlichen Tortenkreationen. Die Grundrezepte stammen zum Großteil von Hedda Krogs Großmutter. „Äpfel, Birnen und Pflaumen kommen aus unserem Garten, die Erdbeeren vom Nachbarn. Himbeeren, Johannisbeeren und andere Früchte besorgen wir ebenfalls aus der Region.“ Die Ergebnisse der Krog´schen Tortenproduktion werden in einer dreigeschossigen Tortentheke präsentiert. Und die hat es in sich: Mehr als ein Dutzend Torten zeigen sich hier von ihrer Schokoladenseite.
 
 Und gleich nebenan stehen die Sticks zum Glück: farbige Holzspatel, die jeweils ein Tortenstück symbolisieren. Gelb bedeutet zum Beispiel Mohn-Stachelbeertorte mit Eierlikör, Orange Sonnenscheintorte und Rot Buchweizenpreiselbeertorte. Der Gast hat freie Auswahl – zumindest so lange es noch Sticks gibt.
 
Doch Hedda Krog möchte ihre Gäste nicht nur kulinarisch beglücken: „Ich möchte auch, dass die Menschen wahrnehmen, wie schön es hier ist, dass sie zur Ruhe kommen und die Seele baumeln lassen“, sagt die studierte Sozialpädagogin. Und dafür bietet das Café Krog den perfekten Rahmen. Denn die drei hellen Gasträume mit ihren Holzböden und den gelben Wänden wirken auf den ersten Blick einladend. Und der Café-Garten mit alten Obstbäumen und einem traumhaften Panoramablick hinunter auf die Schlei ist wirklich filmreif.

Hinnerksens Hof: Gretchen Bartel ist die "wahre" Kräuterfee.

Gerd Olschewski alias Alfred \"Hinnerk\" HinnerksenWer schon einmal die Serie „Der Landarzt“ gesehen hat, der kennt auch den ebenso kauzigen wie sympathischen Kräuterdoktor Alfred „Hinnerk“ Hinnerksen. Bereits seit 1987 verleiht Gerd Olschewski der Figur des Kräuterdoktors ihren wunderbar schrulligen, tollpatschigen und bauernschlauen Charakter. Verheiratet ist Hinnerksen seit vier Jahren mit Gertrud – verkörpert von Schauspielerin Franziska Troegner –, die sowohl ihrem Ehemann als auch ihrem Vorgesetzten mit liebevoller Strenge zur Seite steht.
 
In der Fernsehwelt leben die Hinnerksens auf einem großen Hof, in dessen Garten zahlreiche Kräuter gedeihen. In Wahrheit steht das beeindruckende Anwesen westlich der Schleistadt Kappeln – und ist das Zuhause von Gretchen und Hans-Jürgen Bartel. Ihr „Holländerhof“ in Wagersrott hat in den letzten gut zwanzig Jahren Fernsehgeschichte geschrieben. Im Schnitt drei bis vier Tage im Jahr machen Bartels Platz für das Kamerateam und dürfen miterleben, wie sich ihr Heim vorübergehend in Hinnerksens Hof verwandelt.
 
Holländerhof Bartel WagersrottDer in seinen Ursprüngen 1635 errichtete Holländerhof ist das älteste noch bewohnte Bauernhaus in der Landschaft Angeln nördlich des Ostseefjords Schlei. Seit 1822 bewirtschafteten die Vorfahren von Gretchen Bartels den Hof: Sie selbst wurde 1934 als älteste von vier Töchtern in der Brautkammer des Reetdachhauses geboren. 1961 heiratete sie den Landwirt Hans-Jürgen Bartel, 1967 übernahmen die beiden den Hof als Eigentümer in sechster Generation, 1993 übergaben sie den Hof an ihren Sohn.
 
Doch unter dem mächtigen Reetdach leben auch heute noch die Altenteiler. Denn Gretchen und Hans-Jürgen Bartel fühlen sich dem historischen Hof nicht nur verpflichtet – sie lieben ihn auch. Und sie haben ihn in den letzten Jahrzehnten zu einem wahren Schmuckstück verwandelt. Zwei Bereiche des Anwesens machen dabei auch für Nicht-Landarzt-Fans einen Besuch in Wagersrott lohnend: das Heimatmuseum mit seiner volkskundlichen Sammlung und der großzügige Garten, der längst über die Grenzen des Region hinaus bekannt ist.
 
Holländerhof Bartel WagersrottDen Garten in seiner heutigen Form legte Gretchen Bartel 1959 als Staudengarten an. Zu solchen Bauerngärten gehörten damals in Angeln traditionell auch die Rosensorten „Schneeweißchen“ und „Rosenrot“. Doch das war nur der Anfang: Inspiriert von der bekannten Rosenexpertin Gerda Nissen begründete Gretchen Bartel im ehemaligen Gemüsegarten eine Rosensammlung. Heute blühen in ihrem montags bis samstags öffentlich zugänglichen Gartenparadies mehr als 100 historische Angler Rosensorten.
 
Ebenso sehenswert ist auch das private Museum, das Gretchen Bartel und ihr Mann Hans-Jürgen im ehemaligen Wirtschaftsteil des Holländerhofs eingerichtet haben und in dem rund 3.000 Gegenstände des bäuerlichen Alltags vor 100 Jahren gezeigt werden. Insbesondere der frühere Arbeitsalltag der Frauen wird so vor dem geistigen Auge des Betrachters wieder lebendig. Denn was sich heute kaum noch jemand vorstellen kann: Bäuerliche Betriebe waren dereinst reine Selbstversorger. Harte Handarbeit war fast überall gefragt.
 
Auch auf dem Holländerhof wurden verschiedene Getreide und Gemüse angebaut. Kühe und Geflügel wurden gehalten. Es wurde gekocht, Holz und Torf zum Heizen gewonnen, die Wäsche geschrubbt und auf der großen Bleichwiese getrocknet. Für alle diese Tätigkeiten gab es Gerätschaften, die längst in Vergessenheit geraten sind – und die heute immer montags von 14 bis 16 Uhr (andere Termine für Gruppen nach Vereinbarung, Tel. 04641/2292) für 2 Euro Eintritt auf der Diele des Holländerhofs bestaunt werden können.
 
Auf Wunsch bietet Gretchen Bartel gegen Gebühr auch Führungen durch den Garten und das Museum an. Ein Angebot, das man nutzen sollte. Denn mit ihrem Witz, ihrem Charme und den vielen Geschichten – oder wie man im Norden sagt: Döntjes – drum herum wird jeder Besuch in Wagersrott zu einem unvergesslichen Erlebnis. Übrigens: Hinnerksens Kräutergarten gibt es hier auch. Doch im Vergleich zu den üppig blühenden Stauden und Rosen verblasst er doch ein wenig …